Hmmm. Nun sind sie wieder weg. Die mit Granit gepflasterten Streifen auf der Berliner Straße. Die Stadt hat sie entfernen lassen. Die extra einberufene Sonderstadtratssitzung, auf der über das Schicksal der Pflastersteine entschieden werden sollte, war ja ausgefallen wegen der Hochwasserkatastrophe.
Und warum ging das alles auf einmal ohne Stadtratsbeschluss? Nun, die Stadt hatte beauflagt, nur Material mit einer Zertifizierung zu verarbeiten. Für die aus Polen stammenden Steine konnte die Baufirma kein Zertifikat vorlegen. Also musste der 70 Meter lange gepflasterte Streifen, der auf beiden Straßenseiten als Abgrenzung zwischen dem Fußweg und der Straßenbahnschiene dienen sollte, wieder entfernt werden. Nun hat die Baufirma den Schaden. Der Technische Ausschuss will wohl am Mittwoch entscheiden, welches Material nun als Ersatz verwendet werden soll.
Meine Güte, ich fass es nicht. Da haben sich doch tatsächlich Görlitzer beschwert, dass die kostenlos zur Verfügung gestellten Berliner Trinkwasserbeutel bereits 2007 und 2008 abgefüllt wurden. Auch die kleinen braunen Körner versetzten einige in helle Aufregung.
Dazu kann Jens Uwe Klinger von den Berliner Wasserbetrieben nur sagen, das dass Wasser garantiert genießbar und bis zu zehn Jahre haltbar ist! Bei dem ausgelieferten Trinkwasser handelt es sich um Vorratsbestände für Katastrophenfälle. Der krümelartige Bodensatz hat sich auf dem Transportweg aus der im Wasser enthaltenen Calcium- und Magnesiumverbindung gebildet.
Die Stadt Görlitz hat Strafanzeige gegen den Betreiber des Staudammes Witka bei der Staatsanwaltschaft Görlitz gestellt. Die Stadt bittet die Staatsanwaltschaft dahingehend Ermittlungen aufzunehmen, ob der Betreiber der Anlage diese Überschwemmung fahrlässig gemäß Strafgesetzbuch herbeigeführt hat.
„Wir haben großes Interesse daran, die Ursache des Dammbruches und der damit verbundenen Flutung weiterer Teile des Stadtgebietes in Erfahrung zu bringen.“, begründet Oberbürgermeister Joachim Paulick diesen Schritt.
Der Dammbruch am 7. August 2010 hat insbesondere in den Görlitzer Stadt- und Ortsteilen Hagenwerder, Weinhübel, Altstadt und Ludwigsdorf zu einer über den bis dahin vorliegenden Hochwasserpegel der Neiße hinausgehenden Flutwelle geführt. In der Menge und Stärke ging diese Überflutung weit über die natürlichen und künstlichen Hochwasserzonen hinaus.
Die Pließnitz strömte mit Urgewalt nach Hagenwerder ein. Dabei wurde die Brücke der Bundesstraße 99 so stark unterspült, dass sie nicht mehr passiert werden kann. Gasleitungen wurden freigespült, Strom- und Telefonleitungen zerstört.
Hauptschuld an der Katastrophe scheint wohl der Bruch des Witka-Staudammes auf einer Länge von 180 Metern zu sein. Niemand hat jemals damit gerechnet, dass der Witka-Staudamm in Polen den Wassermassen nicht standhalten könne. So raste das Wasser schnell wie eine Springflut in einer sieben Meter hohen Flutwelle auf das nur dreißig Kilometer entfernte Görlitz zu. Für die Bewohner gab es keine Chance, kaum ein Entrinnen!
Hinweis des Gesundheitsamtes: Das Wasser aus der Leitung ist generell vor der Verwendung abzukochen!
Nach Auskunft der Stadtwerke Görlitz AG ist die zentrale Wasserversorgung im Stadtgebiet wiederhergestellt. Eine gesonderte Pressemitteilung dazu werden die Stadtwerke Görlitz noch veröffentlichen. Hinweis: Das Wasser weist derzeit noch keine Trinkwasserqualität sowie möglicherweise schwache bis stärkere Trübungen auf. In Absprache mit dem Gesundheitsamt wird derzeit Chlordioxid zugesetzt. Vor Verwendung ist das Wasser derzeit abzukochen! Zusätzlich werden weiterhin Wassertanks angeboten. Die Stadtwerke Görlitz geben kostenlos Trinkwasser in 0,7-Liter-Beuteln und Wasserflaschen mit Trinkwasser aus. Die Standorte werden seitens der Stadtwerke noch mitgeteilt.
Touristische Situation der Europastadt bleibt angespannt – Uferregionen besonders betroffen – Oder-Neiße-Radweg nicht befahrbar
Görlitz, 09.08.2010 – Die Region Görlitz ist vom Hochwasser der vergangenen Tage zwar schwer, aber entgegen zahlreicher Medienberichte, nicht vollständig getroffen worden.
"Die Görlitzer Altstadt ist nicht, wie oft berichtet, zu weiten Teilen überflutet worden," sagt Lutz Thielemann, Geschäftsführer der für Wirtschaftsförderung, Stadtmarketing und Tourismus zuständigen Europastadt GörlitzZgorzelec GmbH. Wenngleich das Wasser schwere Schäden anrichtete, konzentriert sich das betroffene Gebiet auf die Uferbereiche der Neiße. "Da wir bereits zahlreiche Anrufe von besorgten Görlitz-Touristen und auch Reisestornierungen erhalten haben, möchte ich ausdrücklich darauf hinweisen, dass schon auf der Neißstraße und dem Untermarkt von dem Unglück fast nichts mehr zu merken ist," so Lutz Thielemann.
Hochwasserschäden an Kulturdenkmalen der Stadt Görlitz und der eingemeindeten Ortschaften.
Im Auftrag des Sächsischen Innenministeriums bittet die Untere Denkmalschutzbehörde Eigentümer und Nutzer von Kulturdenkmalen Schäden, die durch das Hochwasser an Kulturgut entstanden sind, mitzuteilen. Die Informationen nimmt die Untere Denkmalschutzbehörde der Stadt Görlitz, Untermarkt 20 mündlich oder schriftlich entgegen. Die Mitteilungen können auch per Telefon: 03581 672623 oder per e-mail: p.mitsching@goerlitz.de abgegeben werden. Peter Mitsching Leiter Denkmalschutzbehörde
Herzlichen Dank an die vielen Menschen, die dem Internetaufruf gefolgt sind und der Stadt Görlitz so schnell ihre Hilfe angeboten haben. Derzeit sind alle Arbeiten durch die vor Ort befindlichen Kräfte abgesichert.
Sobald Aufräumarbeiten möglich sind, könnten weitere Helfer mit guten Ortskenntnissen benötigt werden. Dies wird aber auf goerlitz.de rechtzeitig bekannt gegeben. Bis dahin bitten wir Sie dringend, von weiteren Anfragen abzusehen.
Wichtiger Hinweis an die Bevölkerung: Wasser Das Wasserwerk in Weinhübel wurde am Samstag gegen 22 Uhr außer Betrieb genommen. Die Versorgung erfolgt gegenwärtig über die Hochbehälter in der Pomologischen Gartenstraße und die Behälter an der Landeskrone.
Die Bevölkerung wird gebeten, bitte dringend mit äußerster Sparsamkeit mit Trinkwasser umzugehen. Es ist mit einem baldigen Druckabfall der Trinkwasserleitungen zu rechnen!
Einige sind dafür, andere dagegen. Jede Meinung zeigt eine andere Perspektive auf. Glücklich scheint aber niemand damit zu sein. Mit dem schmalen Granitpflasterstreifen auf der Berliner Straße, der den Fußweg von den Gleisen abgrenzen soll.
Seit Dienstag gehört der "Stein des Anstoßes" in der Sächsischen Zeitung zur täglichen Berichterstattung.